Ein Freund ist jemand ….

Ein Freund ist jemand,
der Feuer legt, wenn man auf dem Holzweg ist,
während andere verzweifelt versuchen, es zu löschen.
– Mari –

Dieser Gedanke kam mir, als ich über meine Freundin nachdachte – meine allerbeste Freundin – ich nenne sie geliebete Seele – kurz gS.
gS ist eine Frau mit einer völlig anderen Lebensgeschichte, als meine eigene, unsere Leben hätten nicht unterschiedlicher sein können – und doch haben wir so vieles gemein – irgendwie sind wir seelenverwandt. Zeit mit ihr zu verbringen tut soooooo gut. gS ist vor ein paar Jahren in ein anderes Bundesland gezogen – das hat uns gelehrt, das Nähe kein Maß von Entfernungskilometern ist — wir sehen uns regelmäßig und natürlich telefonieren wir. Oft frage ich sie nach nur 5 Minuten, ehrlich? es gab noch nie ein Gespräch unter 30 Minuten – die meisten waren sogar über 60 Minuten …. Frauen eben, es geht in unseren Gesprächen nie nur um die neueste Mode oder das perfekte Dinner, das sind nur Randnoten unserer Gespräche. Wir spüren es sofort, wenn es der anderen nicht gut geht – allein schon, wie sich die andere am Telefon meldet – wie der Name gesagt wird oder wie sie entgegnet „Ja, hallo!“ Manchmal muss ich grinsen, wenn ich sie frage, wie es ihr geht und sie antwortet, es ginge ihr gut. Die ersten zwei Worte hatten mir doch schon längst verraten, wie es ihr ging und sie weiß, dass es eigentlich nur ein rhetorische Frage ist – eine Möglichkeit das Gespräch zu eröffnen – „es geht mir gut“ bedeutet, dass sie grad nicht drüber reden will – also fange ich an, zu plappern oder bin einfach nur guter Dinge – ein solches Gespräch hilft uns weiter – wir lachen, wir weinen, wir schimpfen, wir schütten unsere Herzen aus. Meistens erzählt sie mir dann doch, was auf ihrem Herzen liegt und das ist gut so, ich bin ja auch ihre Freundin.

Und solch eine Freundin soll mich auf dem Holzweg lassen? Vor einigen Jahren gab es eine sehr bedenkliche, ja sogar brenzlige (Duden: (veraltend) verbrannt, nach Brand [riechend]), Situation in meinem Leben, ich investierte meine ganze Energie in einen Holzweg  –  der Weg schien ein leichter zu sein und das Ziel war so genial. Es war perfekt –  eine Investition für das Gute – so sah es zu Beginn aus (so ist es immer, am Anfang des Holzweges), im Rückblick muss ich zugeben, dass es wirklich mehr Schein als Sein war, das hätte ich vom ersten Moment an sehen müssen  – als ich dann merkte, es war nicht gut, gab es diesen Zwiespalt – den guten Gedanken dahinter, den ich aufrecht halten wollte – der, der alles gut s(ch)ein(en) ließ. Kennen wir das nicht alle?
gS wohnte noch in meiner Nähe, wir trafen uns in dieser Zeit regelmäßig  – wir hatten immer viel zu besprechen, oder wir gingen nur mal Windowshoppen oder Kaffeetrinken. Ich erinnere mich nicht an ein Treffen, in dem sie mir nicht einmal tief in die Augen blickte und DIE FRAGE stellte. Entweder wich ich aus oder sagte „Ach was, so ist das nicht, das ist so (oder so)“  was man so sagt, wenn man in dieser Zwickmühle steckt und Gutes von Bösem nicht trennen kann …. sie gab nie auf und blies mir sanft den Staub aus den Augen.Achtung Staub
Diese Wegweiser, waren immer sehr hilfreich – obwohl sie es damals nie wusste, ich wusste es manchmal selber nicht. Niemals hatte ich ihr das Gefühl gegeben es sei richtig so mit mir zu reden – ganz im Gegenteil und dennoch waren es Warnhinweise – richtungsweisende Schilder, Stopp-Signale  auf meinem Holzweg und die ein oder andere Frage, war wie ein Feuer auf meinem Holzweg.
Feuer kann man austreten – hab ich auch gemacht – irgendein „Feuerlöscher“ der mir zujubelte, war immer in der Nähe. Im Rückblick kommt es mir so vor, als sei sie mit einem Bunsenbrenner vor mir her gelaufen und hat so viele Brandherde gelegt, wie sie nur konnte. Ich bin immer irgendwie drüber weg gesprungen, oder habe es einfach umgangen, mich mit dem Feuer auseinander zu setzen. Dann hat sie zu drastischeren Mitteln, wie Feuerkanonen gegriffen – aber auch die halfen nicht – ich hab zeitweise sogar einen feuerfesten Anzug getragen.

Irgendwann habe ich den Holzweg verlassen, von jetzt auf gleich wurde ich hellwach – es hat seine Zeit gedauert – manchmal braucht es viel Zeit, manchmal weniger. Meiner Freundin bin ich sehr dankbar, denn ich weiß, ohne diese Brandflecken auf dem Weg, würde ich heute noch darauf laufen – oder hätte viel mehr Schaden erlitten. Das Beste daran ist, dass sie immer auf meiner Seite war – sie war nie besserwisserisch oder allwissend – sie fragte mich immer so was wie „Bist Du Dir sicher, dass das kein Holzweg ist auf dem Du gehst?“ sie sagte nie „Hey Du bist auf dem Holzweg, ich weiß das genau, kehr um!!“

Was ich damit sagen will? Ganz einfach – alle die Ihr Freunde oder Freundinnen seid – vergesst niemals ein Feuer zu legen, wenn ihr den Holzweg seht – sanft und in Liebe natürlich, denn wahre Freundschaft hält auch Holzwege aus, trotzdem gebt nicht auf  – ihr merkt vielleicht garnicht, wie wichtig eure Brandstellen sind, die ihr hinterlasst. Eines Tages wird Euer Freund/eure Freundin Euch erzählen, was Ihr dazu beigetragen habt, das es wieder richtig geht – dann könnt Ihr es abarbeiten – und wenn ihr auch noch in Christus verbunden seid – darüber beten  und Vergebung aussprechen – und schützend den Segen Gottes über Eure Freundschaft legen.
Danke gS, dass Du durchgehalten hast und wir immer noch Freundinnen sind, obwohl Du meine Fehler und Schwächen kennst.
Einem jedem der das liest, wünsche ich einen Menschen, der mehr als nur das Äußere schätzt. Jemand, dem es nicht egal ist – wer oder was Du bist, jemand dem wichtig ist, dass der Holzweg niemals Dein Lebensweg wird.
Umarmung
Fest, nimmst Du mich in den Arm
Deine Berührung weich und warm
drückst mich so lange, bis ich lache
und endlich wieder Faxen mache

Wir scherzen gerne voller Glück
gehen im Regen nicht zurück
in jeder Not für uns bereit
verbringen füreinander Zeit

Wir können miteinander klagen
gemeinsam jede Sorge tragen
Wir teilen unsern größten Kummer
Ernsthaftigkeit ’ne wicht’ge Nummer

Kaffee, Kuchen oder Tee
mit Dir tut mir das Herz nicht weh
Einzigartig das bist Du
gibst meiner Seele wieder Ruh’

Miteinander lang verweilen
Lebensfreude woll’n wir teilen
Wir reden ehrlich, bis wir lachen
Freundschaft darf uns Freude machen

Wir herzen uns, nicht nur mit Worten
nutzen zum herzen alle Sorten
das ist in jeder Freundschaft richtig
Nähe ist uns super wichtig
© Mari

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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