Meine zweite Pubertät

Da isse endlich meine zweite Pubertät – ich finde es großartig, dass wir als Frauen die Chance bekommen die Pubertät noch einmal zu erleben. Wie oft wollte ich die Zeit zurückdrehen und Geschehenes aus meiner ersten Pubertät einfach „richtig machen“ JETZT habe ich die Chance. Okay, es hat ‘ne Weile gedauert, bis ich das kapiert habe, aber das war beim ersten Mal nicht anders – Du bist drin und merkst es nicht, fragst Dich nur warum Dich das ein oder andere so schnell aus den Schuhen haut – Die Fachwelt sagt dazu Stimmungsschwankungen – leider ist das sehr negativ behaftet, unbegründet wie ich meine.
Ja, ja ich bin launisch – aber mein Umfeld sollte sich dabei nicht nur auf die schlimme Seite fixieren – wie schön ist es denn, wenn ich mich freue, ich kann wie ein Reh jubelnd durch die Gegend hüpfen – oder wie ein Meerschweinchen vor Glück quieken und mich im Heu hüpfend freuen. Lange war das verflogen – aber jetzt ist es wieder da – im Gegensatz zu früher, genieße ich jede Sekunde davon – als Teenie habe ich mich genauso freuen können – aber es war auch schnell vorbei mit der Freude, weil dann irgendwelche anderen Dinge wieder ihren Platz einnahmen – aber jetzt im “Alter“ bemerke ich das Freudenhormon und genieße es mach verrückte Selfies vorm Spiegel und poste sie auf Facebook oder so.
Der Körper kämpft um seinen Östrogenspiegel – lese ich, ach was sage ich meinem Körper: Östrogene braucht doch keiner – schau Dir die Männer an, die kommen ihr ganzes Leben ganz gut ohne sie aus – Testosteron ist das neue Östrogen – wie glücklich man damit sein kann – schaut sie euch an, die Männer der Welt – so ein David Beckham – okay mag sein, dass der auch Östrogene hat – aber ein Tim Allen in „Hör mal, wer da hämmert!“ Voller Testosteron wandelt Tim Taylor glückselig durch die Welt – seinen Brunftschrei übe ich gerade: Ho Ho Ho!!!
Ach ja und das mit dem “Do it yourself!“ jeder ist sein Baumeister – das klappt genial – am Wochenende erst habe ich mir einen Tisch gekauft – Massivholz – Marvin heißt er, der Tisch – also wirklich ein männliches Modell !!! Im Möbelladen war das noch alles gut – mit dem Wagen aus dem Lager ans Auto und eingeladen, über Hebelfunktion in den Kofferraum – Ha, ich lass mich doch nicht von Gewicht einschüchtern und zu Hause – na dann öffne ich eben die Verpackung im Auto und schleppe die Einzelteile in die Wohnung – Sport im Alter ist gesund !!!, außerdem habe ich die Verpackung direkt in den Papiercontainer vor dem Haus entsorgt – na da soll noch mal einer Sagen Östrogene – braucht die Frau – nö, die habe ich lange genug gehabt – immer dieses Auf und Ab jeden Monat und dieser Verbrauch an Einlagen – Körper wehre Dich nicht – es ist Zeit für Veränderung !!!! Okay ein kleines Tief zog auf, als ich feststellte, dass es keine Aufbauaanleitung gab – wie verwöhnt wir doch, durch das berühmte schwedische Möbelhaus sind – naja ich hatte X Schrauben Y Plastikdinger 4 Holzscheiben mit je 6 Löchern, 4 Tischbeine, eine Zwischenplatte und eine Deckplatte (die ich kaum alleine transportieren konnte) also Logik ankurbeln – die Quadratischen Holzscheiben waren circa 1 cm dick und hatten 3 Löcher auf der einen Ecke und drei auf der anderen – wobei die Löchergruppen verschieden waren – die Schraubenkopfaussparungen waren jeweils von der anderen Seite. An den Seiten der Tischbeine war jeweils an einer Ecke zwei Löcher.
Nachdem ich dann die Logik verstanden habe, begann ich die Tischbeine zu schrauben – klemmt mir natürlich den Finger und habe da nun einen Miniblutschwamm – aber ohne geht es nicht, das war bei Hör mal, wer da hämmert auch immer – es gibt Verluste, wenn man(n) Baumeister sein will ….
Gut dann die anderen Kreuzschlitzschrauben – das Massivholz war leicht vorgebohrt – sodass ich die Schrauben andrehen konnte – Akkuschrauber raus …. Da begann das Leid – mein Akkuschrauber mit komplettem Schraubenersatzkoffer und doppeltem Akku (mit einem arbeiten, das andere laden) war natürlich ausgeliehen …. andere Stadt 40 km – okay Nachbarn anrufen – keiner da – okay gegenüber klingeln – sie selber besitzt keinen – aber sie telefonierte ihre Freunde in der Nachbarschaft ab …. und siehe da, es gab einen nicht aufgeladenen Akkuschrauber – ich steckte das Ladegerät mit Akku ein und dachte, wenn ich jetzt alle Schrauben vordrehe – dann hat das Akku (oder ist es der?) genug Saft und es kann losgehen … von wegen – die Schraubaufsätze fehlten – wurden nachgeliefert – aber der Stift, in den man die Schraubaufsätze steckt war weg – Nachbar (über 80) war stur, so was bräuchte man(n) nicht – ich all mein verbliebenes Östrogen versprüht – nichts half …. Nur der Blick nach gegenüber – sonst an allen Wochenenden ist er immer da, der Nachbar Bob der Baumeister, der Michael heißt und an allem schraubt und dreht was nicht bei vier auf den Bäumen ist – nur heute sehe ich eine einsame Leiter da stehen, aber vom Nachbarn keine Spur …. Jedoch alle Türen offen und er hat mal vor Jahren gesagt, wenn alle Türen offen sind, soll man einfach rein kommen – wie er geguckt hat, als ich ihn beim Wort genommen habe – okay ich wohne jetzt schon 5 Jahre hier und habe es noch nie gemacht – einmal ist immer das erste Mal„ ich also, als wäre es das Normalste der Welt: “Hey Michael – kannste mir mal Deinen Akkuschrauber leihen? Meiner ist in Wuppertal!!“ ich muss wirklich lachen, wenn man selbstbewusst, ach nein in diesem Fall “frau“ auf die Männer zugeht, wissen sie meist nicht was sie sagen sollen außer “Äh!“ und wohin guck ich jetzt – Michael hat irgendwie versucht ne Frage zu stellen, aber mein fester “Männerblick“ ließ keine Gegenfrage zu – “Kreuz- oder Schlitz?“ fragte er überrumpelt “Kreuz!“ antwortet ich ihm fest “Hast in ‘ner halben Stunde zurück!“ Zack das war er, in meiner Hand ich ließ ihn einmal hörbar kreisen und richtete ihn dabei wie ein Pistole auf “innerlich schüttelte es mich vor Lachen!“ “Geil!“ kam aus meinem Mund – okay ich grunzte nicht Ho Ho Ho – ging aber schnurstracks mit meiner Beute in der Hand schnellen Schrittes über die Straße “Testosteron – ich komme!“ wollte ich vor Freude rufen – unterließ das aber – er hätte mich nicht Ernst genommen – Bob, der Baumeister von dem Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite ….
Und tatsächlich – was ich mir so ausgedacht hatte, hat voll funktioniert – okay vier Schrauben sind übrig – das ist bei Tim Taylor auch immer so – es gibt auch Löcher dazu – aber der Akkuschrauber war zu “männlich“ und passte nicht zwischen Zwischenlegeboden und Tischplatte – aber der Tisch ist auch ohne diese Schrauben stabil – jedes Beim wird mit 6 Schrauben stabil gehalten – sobald ich mal einen Frauenakkuschreiber –  klein, handlich und niedlich  – in die Hand bekomme – schraube ich diese vier Schrauben noch nach – jetzt reicht es erstmal und mit dem Schrauber in der Hand, aufgerichtet wie eine Pistole, schreite ich starken Schrittes zurück “HO HO HO“ will ich grunzen – quieke aber augenblinkernd ein “weibliches“ Daaaanke Michi!!! Drehe mich um, und lasse die Hüften wippen, als ich unbewaffnet zurück gehe.
Da kommt der andere Nachbar – er hat den Stift gefunden, den man ja angeblich nicht braucht … ich versichere ihm, dass ich fertig bin – ihm aber seinen Akkuschraube mit Zubehör und Stift ordentlich in den Koffer packe und diesen wie gewünscht meiner Nachbarin gebe.
Der Tisch ist zusammengebaut wieder sauschwer, ich kann ihn kaum auf seine Füße stellen – aber keine Schwäche zeigen in die Hocke und „Eins, zwei, Hep“ – da steht er – endlich ….
Tisch (mein Strand ist sicher kein Testosteronding)

Ja, ja die zweite Pubertät ist schon cool, wenn man sie erkannt hat und entsprechend reagiert. Jetzt muss ich das mit den Schwankungen in die andere Richtung noch in den Griff bekommen – dann ist alles wieder gut.
Okay und ich entschuldige mich bei denen ich heftige Reaktionen gezeigt habe – letztens erst, so um Weihnachten .… aber dafür ist frau ja jetzt alt genug – sie kann sich entschuldigen – ob ihr verziehen wird, liegt dann nicht mehr in ihren Händen.

Bye Bye Östrogen – warst mir eine coole Freundin – aber alles hat so seine Zeit !!!! Und vielleicht hänge ich mir bald eine Stadiontapete auf und mache aus der Couch eine Trainerbank – schließlich spare ich ja jetzt das „Einlagengeld“.

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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