Die letzte Klappe ist gefallen

Die letzte Klappe ist gefallen
den letzten Schritt hast Du vollbracht
gingst ohne Abschied von uns allen
hast Dich ganz still davon gemacht

Vielleicht sehen wir uns einmal wieder
bestimmt – so sagen Freunde mir
wir sangen ganz spezielle Lieder
besond’ren Frieden wünsch ich Dir

Du hast geliebt, verlorn, gerungen
gekämpft Dein ganzes Leben lang
in Fettnäpfchen bist Du gesprungen
Dein Herz war schwer und oft sehr bang

Nun wird es feucht in meinen Augen
das hätte ich so nicht gedacht
ich hoffe nun auf meinen Glauben
dass ER hat alles gut gemacht

Vergebung ist, worauf ich baue
auf einen sanften Blick zu mir
in Liebe will ich zurück schauen
denn was ich bin verdank ich DIR

Die Geschichte meiner Familie ist nicht so, wie man sich das so wünscht oder wie es eigentlich sein sollte – sagte meine beste Freundin, irgendwie hat sie das sehr charmant ausgedrückt …. aber so ist es – doch jetzt gibt es wieder Licht am Ende des Tunnels.
MomMeine Mom ist im April verstorben – erfahren habe ich es letzten Mittwoch also Mitte Juni … es war eine Art  “Gerücht“ allerdings von der Art “aus dem Kreise nahestehender Freunde und Familie haben wir erfahren“ … also ein Gerücht bei dem man ahnt, dass da was dran ist, ,eine Schwägerin zu der ich erst seit kurzem wieder Kontakt habe, hat mir diese Nachricht überbracht  … Obwohl ich meine Mom ewig nicht gesehen habe – sie hätte mich auch nicht erkannt – hat mich diese Nachricht ganz schön erwischt  ich konnte nicht einschlafen – hab mir dann im Internet ein paar Songs rausgesucht und dann Meylensteine gesehen – ich mag den Gregor …. einschlafen war so garnicht dran und der folgende Tag war eine Tortour ….gut, dass ich so einen netten Chef hab und freimachen konnte. Irgendwie überkam mich auch die Trauer ab und an sogar mit Regen im Gesicht – es war nichtm dass mir irgendwas leidtat – sondern ich war einfach traurig … Um Gewissheit zu bekommen habe ich versucht die Sachbearbeiterin zu erreichen – ich war ein wenig verwundert – schließlich hatte ich den ganzen Unterhalt übernommen – freiwillig und mit der Sachbearbeiterin ganz gute Gespräche gehabt und fröhliche Mails hin und hergeschrieben. Hätte SIE mir nicht eine Nachricht zukommen lassen sollen? Donnerstag ist außerhalb der Sprechzeit – also sprach ich auf Band und wollte dann am nächsten Tag anrufen. Mein Leben kam mir plötzlich so ungeordnet vor, dass ich umgehend zu Ikea fuhr – um  ein Regal und einen Regalschrank zu kaufen – das Regal war schnell aufgebaut – der Schrank war schweineschwer ich musste die Pakete bereits unten am Auto aufmachen und ein paar Bretter solo nach oben tragen – die Beschreibung meinte, man benötige zwei Personen für den Aufbau – aber ich nahm mir die nötige Zeit und überlegte ein paar Umwege mit Hebelwirkung,FullSizeRender legte mich zwischendurch auf die Couch – aber einschlafen war nicht – ich war völlig überdreht. Und immer wieder kam die Traurigkeit – ich ließ sie zu, schließlich hat man dieses Gefühl nur einmal im Leben – es war meine Mutter – das ist eine besondere Verbindung, selbst bei uns. Meine Freundin hat es verstanden, mich aufzufangen und dafür bin ich so dankbar –  sie kennt meine Geschichte auch genauer, als andere und so konnte sie nachvollziehen, wie es mir gerade geht. Wir haben gebetet und sie hat mir Trost zugesprochen.
Am schlimmsten war die Ungewissheit – wenn sie schon seit 2 Monaten verstorben war, wer hat sich um die Beerdigung gekümmert und wie wurde sie bestattet – die letzte Ehre wurde sie ihr erwiesen? So viele Fragen, die unbeantwortet blieben … und die ganze Energie steckte ich in den Aufbau der Möbel. Meine ganze Hilflosigkeit und Aufgewühltheit steckten in diesem Projekt. Das ich nach einem langen Telefonat mit meiner Freundin  zu Ende bringen konnte. Wir haben viel geredet nicht nur über meine Mom, sondern auch so viele andere Freundschaftssachen geklärt. und gebetet – dann habe ich geschlafen – tief und fest geschlafen. Heute Morgen bin ich wie ein neuer Mensch aufgewacht . welch eine Freude!!!!

Um 08:00 Uhr hatte ich einen Termin beim Zahnarzt, dann wollte ich die Sachbearbeiterin anrufen. Der Termin war lustig – wie immer – mein Zahnarzt ist echt der Held – hat mir erklärt, wie ich mich selbst operiere falls der Schmerz wieder kommt. Bis Montag ist er ja nicht erreichbar. Er hat Humor!!

Schnell noch zum Aldi eine Kollegin getroffen, der es garnicht gut geht und ihr überraschend Blumen geschenkt. Einem Wohnungslosen Geld geschenkt, so viel, dass er sehr überrascht war und mir gewünscht hat, dass Gott mit mir sei – ich sei ein Engel hat er gesagt – wie tröstlich, dachte ich. Engel fliegen einsam, der morbide Schmerz in mir stieg wieder hoch – aber ich will nicht bitter sein – egal wie einsam ich mich fühlte.

Die Sachbearbeiterin hatte immernoch ihr Band an, irgendwann nach 10 Anrufen und mehreren Stunden, beschloss ich einen anderen Weg zu gehen, ich konnte nicht bis Montag warten  Geduldsübung lässt grüßen –  und dort zu insistiere, ich wollte nicht mehr abgewiesen werden – ich wollte wissen was, los war und so erreichte ich, dass ihr Stellvertreter mit mir sprach, ein nette Mensch  – als ich ihm erzählte, was ich gehört hatte, fand er das komisch – er sagte ich hätte schon von ihnen gehört, wenn es so sei – alle Tränen umsonst??? – das konnte nicht sein. Nun irgendwas bewog ihn dann nachzufragen – nach einer ganzen Weile und einem endlosen Liedwiederholungsvorgang – hörte ich seine Stimme “Das war schwer“ sagte er “Aber es stimmt – Ihre Mutter ist am 23.04. 2015 (234) verstorben.“ Natürlich wollte ich Details, aber er wisse nicht mehr, ich solle mich im Heim erkundigen, in Deutschland müssen Menschen eine Woche nach ihrem Tod beerdigt werden, das sei also sicher erledigt – und für die Erstattung der Beträge solle ich formlos meine Kontodaten übermitteln. Deshalb habe ich nicht angerufen – ja sagte er, aber es steht Ihnen zu. Hm, ich schicke ne Mail – gut, sagte er. Tief durchatmen und Heim anrufen – die Sekretärin hat mich mit der Abteilung verbunden, die sich um meine Mom gekümmert hat. Die Frau war erst zurückhaltend, es kann ja jeder was behaupten – ich wusste aber, wie ich mich zu erkennen geben konnte – ich sagte, dass ich die Person sei, die anonym die Blumen regelmäßig geschickt und die den Unterhalt für das Heim bezahlt hat. Sie entschuldigte sich sofort, weil sie meine Adresse nicht hatte – ich weiß, habe ich gesagt, das wollte ich ja auch nie, dann berichtete sie mir, dass meine Schwester aus USA angereist war und ein Beerdigungsinstitut Döppel beauftragt hatte und meine Mom in Trauerwald Odenthal beerdigt worden sei. “Sie war also da“, sagte ich fast tonlos, irgendwie habe ich total vergessen zu fragen, wie die letzten Stunden meiner Mom waren. Doepel heißt das Beerdigungsinstitut. sagte ich – das sind Freunde, der Familie – ich war sehr überrascht. Zuerst suchte ich die Losung für den Todestag und war total erfreut folgendes zu lesen:
Die Tage deiner Trauer werden ein Ende haben. Jesaja 60,20
Erhaltet euch in der Liebe Gottes und wartet auf die Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. Judas 21
Das tröstete mich “die Trauer hat ein Ende und ich sollte der Barmherzigkeit vertrauen.“ Es war Sicher ein Akt der Barmherzigkeit, meine Mom  hatte so lange gelitten – nicht erst seit sie diese Schlaganfälle hatte, ihr Leben war auch nicht das Beste. Und die Barmherzigkeit garantierte mir, dass meine Mom gerettet ist. Dann suchte ich im Internet diesen Trauerwald, der eigentlich Trostwald heißt. Dann war ich kreativ, aber mich drängte es nach Odenthal zu fahren, egal wie das Wetter da draußen tobte,  Während ich im Auto darüber nachdachte und durch die Gegend irrte, um den Trostwald zu finden wurde mir klar, dass es genau richtig war – Odenthal war immer das zu Hause meiner Mom, die schönsten Momente meines Lebens habe ich dort erlebt. Dort war sie ausgeglichen und glücklich und nun war sie zu Hause.
Ja, meine Schwester hatte endlich etwas richtig gemacht – genauso musste es sein – es war gut, dass sie meine Adresse nicht hatte – das hätte ich nicht verkraftet – aber sie hat alles richtig gemacht und ich freue mich sehr darüber. Das war sehr weise von ihr – das wäre genau der Wille meiner Mutter gewesen. Jetzt habe ich ganz tiefen inneren Frieden, denn alles ist gut und ich werde diesen Wald sicher noch finden.

 

Gott ist gut, das ist wohl klar, oder? Selbst die fehlenden Beileidsbekundungen oder meine Verletzungen, weil ich mich so einsam fühle, sind nichts gegen diesen inneren Frieden, den ich verspüre. dieser Frieden ist höher als alles andere.

Und das Beste ist, dass ich den Kontakt zu meiner Schwägerin habe – sie ist ein genialer Mensch – sie war immer das Licht am Ende des Tunnels.

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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