Mein Gott, warum hast Du mich verlassen? Teil II

Mein Gott warum hast Du mich verlassen? Ein vielzitierter Ausruf Jesu am Kreuz
Gott kann uns nicht verlassen – er ist treu und hat uns zur Gemeinschaft mit ihm gemacht – das ist unser einziger Auftrag Gemeinschaft mit Gott. Er würden nie etwas schaffen und dann seine Meinung ändern, das ist mal Fakt!!!
Warum hat Jesus das denn gesagt – dieser Satz ist überliefert?
Er steht in der Bibel, ich habe eine Freundin, dir mir mal gesagt hat, dass es sein kann, dass Gott diesen Schmerz nicht ertragen konnte – dazu habe ich bereits einen Blog geschrieben (http://wp.me/p4DCfs-5S), ob das wahr ist, weiß ich nicht, aber es zeigt mir eine gefühlvoll Seite von Gott und Gott hat Gefühle gemacht, weil er auch Gefühle hat und weiß, was sie im Guten erreichen können und dass sie uns zu ihm führen können (auch ein gutes Thema)  aber heute möchte ich noch einen anderen Aspekt beleuchten:

Eli, Eli lama asabthani?

Markus 15
Der Tod Jesu
33 Als aber die sechste Stunde kam, brach eine Finsternis herein über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 34 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? 35 Und etliche der Umstehenden, die es hörten, sprachen: Siehe, er ruft den Elia!
Matthäus 27
Der Tod Jesu
45 Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde. 46 Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani! das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? (Psalm 22.2) 47 Etliche der Anwesenden, als sie es hörten, sprachen nun: Der ruft den Elia!

Was mir an diesen beiden Bibelstellen sofort auffällt ist, dass sie deckungsgleich sogar mit denselben Worten berichten was zur neunten Stunde passiert ist.
So etwas ist mir noch nie an anderen Stellen aufgefallen (ich bin auch eben nicht die Bibelstellenbehalterin vor dem HERRN)
Matthäus und Markus waren also persönlich dabei und haben diese Sunde erlebt und es ist Ihnen wichtig sie so wieder zugeben – ob sie darüber gesprochen haben weiß ich nicht, auch nicht ob sie nebeneinanderstanden und sich vielleicht die Hand hielten – all diese Dinge würden einen schönen Roman ergeben, aber ich lese ja die Bibel.
In Jesaja 53,6 finde ich einen sehr guten Hinweis Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn.
Selbst König Dävid kannte das Gefühl er schreibt:
Psalm 22.2 Mein Gott, ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht, und auch des Nachts habe ich keine Ruhe.

Das gibt mir einen Schlüssel – wenn es wirklich stimmt, dass Jesus all unsere Schuld getragen hat – wie weit muss er sich von Gott entfernt gefühlt haben? Er sagt auch
“Mich dürstet“ (in Johannes 19,28 zu finden) – ich bin mir sicher, dass es nicht die Hitze ist, die diesen Durst hervor ruft und auch nicht irgendwelche chemischen Prozesse, die in unserem Körper vorgehen, wenn wir am Kreuz hängen, diesen Satz sehe ich im Kontext zu dem oberen, Jesus hat einmal der Frau am Brunnen erklärt wonach man dürsten soll und er sagte auch wie dieser Durst gestillt wird: Johannes 4, 10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüsstest wer es ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. und 14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit3; sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben quillt. Um dieses Wasser zu erhalten sollte sie Ihr Verhalten ändern – er urteilte nicht, sondern ermutigte sie dazu.

Genauso ist es am Kreuz – all diese Sünden liegen auf Jesus – es fühlt sich so fern von ihm, obwohl Gott allezeit bei ihm ist und dann dürstet ihn nach dem lebendigen Wasser.
Warum ich das so glaube? Nun, es gibt Zeiten in denen ich denke, dass Gott mich verlassen hat, oder nicht mehr zu mir spricht – meist sind das Zeiten in denen ich weniger im Wort lese, weniger meine Seele auf Empfang gestellt habe, sozusagen, wenn mich der Alltag des Lebens vom Wichtigen ablenkt – wenn ich dann bete oder auch um etwas bitte, sogar wenn ich Gott preise, dann habe ich ein anderes Gefühl, als an den Tagen, die ich bewusst mit Gott beginne und ihm die Leitung gebe. Es ist das Gefühl der Einsamkeit – Einsamkeit ist die Freundin, die mir immer einen kalten Mantel umlegt, einen Mantel, der mich frieren lässt und innerlich sogar manchmal gefrieren lässt –dieser Mantel, der schwer wie Blei mich von allen Segnungen fern hält, die Gott doch für mich bereithält. Es ist das Gefühl der Rastlosigkeit, dass kleine Monster in mir, dass mir die Zeit raubt und mir Scheuklappen auflegt, um meinen Blick nur auf das zu fokussieren, dass mich stresst – es raubt mir die Weite, die mich doch das ganze Bild sehen lässt.

Meine Freundin sagte heute, ich sie so entspannt – wir hatten gestern eine Party mit ca. 30 Gästen, die auf den ganzen Tag verteilt kamen und gingen. Meine Freundin fand es so entspannt, dass wir am Vorabend noch einen gemütlichen Abend auswärts erlebt haben – aber das ist doch ganz einfach – an diesem Abend war auch garnichts anderes mehr möglich – meine Füße brannten, weil ich seit frühester Frühe in der Küche stand und gekocht und vorbereitet habe – ich hatte mir so vieles vorgenommen um den Brunch bis zum Abwinken zu gestalten. Sie hatte auch einen langen Tag hinter sich Arbeit im Seniorenheim und Fahrt mit einigen Stationen hierher. Was hätten wir denn anderes tun sollen als uns zu entspannen – wir brauchen doch Kraft für den folgenden Tag – und diese Entspannung hätte es in diesem Chaos bei mir zu Hause nicht gegeben. also letzte Reserven aktivieren und in einem schönen Ambiente einfach alles hinter sich lassen auch das was noch vor einem liegt. Es gibt diesen Begriff “den Moment auskaufen“ und darin liegt doch das Geheimnis des Lebens – Staub und Schmutz in einer Wohnung sind doch nicht wichtiger als der Moment der Freundschaft? Staub und Schmutz sind so anhänglich, die kommen immer wieder – aber meine Freundin war nur an diesem Abend da, es war der Moment, den wir nutzen mussten – denn der folgende Tag würde uns noch genug Kraft und Zeit rauben – an dem Abend hätten wir uns nirgendwo hin bewegt – also raus und abschalten. Zeit ist so kostbar, wir müssen sie mit guten Momenten füllen. Das ist keine Entspannung, das ist eine Einstellung zum Leben – ich will die Momente der Schönheit Gottes nicht verpassen, weil ich gerade Salat schneiden muss, oder putzen. Und wenn jemand zu mir kommt, dem es hier zu staubig oder zu unaufgeräumt ist, der soll doch einen Lappen nehmen, oder einen Karton und tun was diese Person glücklich macht. ich finde putzen doof und wenn ich Zeit mit Freunden habe, dann will ich diese genießen und nicht vergeuden. Ja, ich liebe diese Wohnungen in die man zu jeder Tages- und Nachtzeit kommen kann, die blitzen und vor Sauberkeit funkeln, die so aussehen, als sei man gerade erst eingezogen, an denen alles seinen Platz hat und sogar die Fenster unsichtbar scheinen – aber das bin nicht ich – ich habe diese Zeit einfach nicht und es nutzt auch nichts, wenn ich mich stresse um das alles so blitzblank zu bekommen – ich finde sauber genügt – oder zumindest einigermaßen ordentlich – ich lebe und das kann jeder sehen – auch in meiner Wohnung!!!

Also zurück zu Jesus – er ist also dort am Kreuz mit all meinen Sünden beladen (ich glaube alleine das genügt schon, um sich fern zu halten von Gott) er spürt nun diese Trennung, die nur wir Menschen kennen – er fragt sich, wie kann so etwas sein – er hat das nie zuvor gespürt, denn er war ganz frei von Sünde – aber das war sein Auftrag und er wusste es und genau deshalb rief er diesen Satz – er rief nach Gott, um uns ein Vorbild zu sein – es ist egal wie oft und wie viel wir gesündigt haben – wenn wir zu Gott rufen, wird uns da lebendige Wasser des Lebens geschenkt und wir können und entspannen und zuversichtlich hoffnungsvoll sein. Es wird uns geschenkt und es gibt niemanden, der uns das streitig machen kann – sobald wir innerlich frieren oder voller Stress sind sollten wir sagen “mich dürstet“ und uns wie Maria, die Schwester von Martha und Lazarus zu den Füssen Jesu setzen und hören was er sagt, das können wir indem wir in der Bibel lesen – oder einfach nur einen schönen Moment mit unseren Freunden genießen, denn auch darin liegt das Reden Gottes.  Eli, Eli lama asabthani?

Nein Gott hat Jesus niemals verlassen – dieser Ausruf zeigt uns nur die Verbundenheit Jesus mit uns Menschen – das war der Moment, der uns alles geschenkt hat – das war der Moment der Grund für Weihnachten, die Erklärung für den Sinn des Lebens Jesu – das war das Zeichen, dass Jesus Gott und Mensch zugleich war, denn wenn Gott eines nicht aushalten kann, dann ist es die Trennung des Menschen von ihm, denn wir sind geschaffen um mit IHM in Gemeinschaft zu leben und nichts soll uns davon trennen – deshalb gab es diesen Ausruf. Nachdem es Jesus dürstete – sagte er “Es ist vollbracht!“ so ist es bei uns auch, wenn wir den Durst einmal erkennen – kann uns nichts mehr davor stoppen die Nähe zu Gott zu suchen “Es ist vollbracht!“ wir wissen, wie wir wieder “undurstig“ werden. “Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Dazu kann ich nur Ausrufezeichen setzen, wenn wir das erreichen und uns immer wieder dahin holen, dann haben wir den Himmel auf Erden, denn Gott ist immer spürbar und nah und das Gefühl des Verlassenseins hat keinen Platz.

Das wünsche ich Dir und mir und wenn Du das noch nie gespürt hast – bete einfach das Vater unser mit ganzer Hingabe und Wahrhaftigkeit, mit Deiner Betonung laut und leise, an den Stellen an denen Du laut flehst und leise, wenn Dir die Kraft fehlt und Du Dich leise verneigst. Dann wirst auch Du es spüren.

Advertisements

Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
Dieser Beitrag wurde unter Augenzwinkernd Geschichten - Gedichte - Lyrics abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s