Die Jugend von heute ….

… wie oft hört man diesen Satz in keinem guten Zusammenhang – wobei ich  in letzter Zeit viel höre, dass der oder die Jugendliche etwas getan hat womit man/frau nicht gerechnet hat.  Das ist für mich das gleiche wie “Die Jugend von heute!“ In den letzten  Monaten habe ich mich mit den diversen Jugendlichen getroffen – mal zu einer Geburtstagsüberraschungsparty oder einem Ausflug, kurze Momente in der Gemeinde, oder sonstige Gelegenheiten. Dabei habe ich festgestellt, dass sie garnicht so falsch sind, wie man erwartet. Sie sind laut und ungestüm, sie sind mutig und manchmal eine Herausforderung – sie sind die Menschen, die irgendwann mein Seniorenheim bauen oder mich dort betreuen,  sie sind die, die mir bald ein Brötchen verkaufen oder mich zum Handyvertrag beraten. Sie sind die, die irgendwann meine Gemeinde gestalten, oder einfach nur meine Nachbarn sein werden – das alleine ist Grund für mich sie zu studieren. Gestern war ich auf einer Abschiedsparty für meine jugendliche Freundin – sie geht diese Woche für ein Austauschjahr nach Argentinien. Freunde haben  das für sie organisiert und mich eingeladen, natürlich habe ich angeboten Essen zu machen – ich bin “alt und Single“ und habe die Zeit dafür und warum sollte ich sie nicht in diese Party investieren? Also bin ich früh aus dem Bett und habe losgelegt – erst die Küche aufgeräumt, dann einkaufen und dann Kuchen und Muffins backen und Tortellinisalat machen – außerdem ist mir noch Blätterteig in die Hand gefallen und so habe ich noch ein paar Fingerfoodstücke mit Käse und Gewürzen gemacht. Als ich dann zum verabredeten Zeitpunkt ankam, war es schon komisch inmitten all dieser junge Leute zu sein – sie könnten alle durchweg meine Kinder sein, sie sind sogar größtenteils jünger als mein Sohn. Nach einem kurzen peinlichen Moment fanden wir aber schnell ein Thema –Fußball – Werder Bremen kämpfte noch …. Ich glaube dass dieser Moment für beide “Parteien“ genau der Moment ist in dem es sich entscheidet, wie es weiter geht. Man kann überheblich die Erwachsene geben oder eben diejenige sein, die die Jugend ermutigt. Das ist doch unser Auftrag die Jugendlichen zu ermutigen, sie auf ihrem Weg zu begleiten –sie stark machen, denn nur starke Erwachsene werden uns nicht über den Tisch ziehen, wenn wir alt und auf sie angewiesen sind.  Natürlich denke ich nicht jedes Mal darüber nach, sondern  es ist noch mehr. Es ist toll ab und an mit ihnen Zeit zu verbringen ihnen zuzusehen, wie sie erwachsen werden, wie sie alles richtig machen wollen, wie sie cool sind und trotzdem ist es ihnen nicht egal, dass jemand ins Ausland geht. Natürlich sind sie laut und ungestüm, aber das war ich auch und ich muss ja nicht den ganzen Abend dabei , wenn ich merke, dass  es nervt, dann gehe ich einfach nach Hause – ich hatte einen schönen Abend mit vielen Menschen, die ihr Leben bunt gestalten – ich darf Anteil nehmen und dann zu Hause über sie nachdenken oder gar für sie beten und dann passiert irgendwann so etwas wie heute – eine mir fremde junge Frau sagte “Ach das ist die Frau, die so gut kochen kann!“  Wie cool ist  das denn, wenn der Ruf einem vorauseilt und man damit überrascht wird. Da gibt es diesen jungen Mann, der mal ein kleiner Junge war, als ich ihn kennen lernte, er ist empathisch – eine sehr coole Charaktereigenschaft, die auch eine Last sein kann. Wer sonst, als wir Erwachsene, können solche Menschen ermutigen diese Eigenschaft zu pflegen, auch wenn sie was kostet. Die junge Frau, die ihre Freundin ermutigt, die sie überall mit hinnimmt und jedem vorstellt. Die selbstlos Zeit opfert – wer sollte ihr sagen, dass Freundschaft eine kostbares wertvolles Gut ist? Da gibt es den Jungen, der mit mir spricht, obwohl er ungern spricht, weil es ihm nicht leicht fällt – zuhören ist der beste Lohn dafür. Das Mädchen, das sich noch nicht gefunden hat, wer sonst kann sie an die Hand nehmen und sie sanft auf den rechten Weg stupsen.
Da sein – Zeit schenken – unaufdringlich zuhören.
Die Jugend von heute ist es wert unterstützt zu werden, sie ist es wert, das wir ihr helfen erwachsen zu werden, indem wir sie ermutigen voran zu gehen, sie sollen nicht stehen bleiben, eine Jugend, die feststeckt macht nur Unsinn, weil sie sich langweilt. Wenn wir das verhindern wollen, müssen wir, die Erwachsenen, sie lieben, ehren, unterstützen und ermutigen. Die Jungend von heute ist unsere Zukunft und ich freue mich darüber

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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