Weihnachten ist nicht vorbei … Nachruf auf eine besinnliche Zeit

Jedes Jahr am 2. Weihnachtstag kehrt diese Traurigkeit ein – der Gottesdienst nach Weihnachten wird dazu genutzt, dass man sich “nachträglich Gutes“ zu Weihnachten wünscht – dieses Jahr hörte ich mehrfach in der Predigt “ Weihnachten sei vorbei“ (ich wollte aufspringen und laut Nein rufen, habe es aber gelassen, denn die Predigt war ansonsten eine gute). Diese Traurigkeit wird oft begleitet vom schlechten Gewissen, das wir auf das neue Jahr verschieben, denn dann wird immer alles anders … vor Weihnachten wird geschlemmt – nach Weihnachten wird gefastet. Jetzt habe ich durch ein ganz besonderes Buch herausgefunden, dass dies eine verkehrte Sicht in der Welt ist.
Jeder, der mich eine Weile kennt, weiß, dass Geburtstage und Weihnachten etwas Besonderes für mich sind – wer Leben mit mir teilt, muss bereits im Juli sogenannte Weihnachtslieder hören – joy to he world – und anschließend mit mir philosophieren … wenn Gott seinen Sohn auf die Welt gesandt hat, der ca. 33 Jahre dort lebte – wenn Gott diesem Sohn 30 Jahre + 1 – 2 Tage Zeit gab sich zurecht zu finden und die Menschen lieb zu gewinnen – so lieb, dass ER SEIN Leben für sie gibt, dann sind 3 Tage Weihnachten einfach zu kurz und es muss länger gefeiert werden. Ist es nicht auch bei uns so, dass wir besondere Geburtstage tagelang feiern und erst nach bzw. mit dem Datum die Party richtig losgeht – es wird rein- oder rausgefeiert – es wird gejubelt, gejauchzt, gesungen, getanzt  und gegessen ….und vorher bereiten wir uns und die Party vor, am Tag der Feier essen wir weniger, weil wir den Festschmaus genießen wollen  – verabreden uns heimlich zur Organisation einer Überraschungsparty – besprechen “bring & share“ und denken darüber nach, was dem Geburtstagskind Freude bereiten kann. Vorfreude ist die beste Freude – jedoch verliert man sie nicht, indem man einfach alles vorher auspackt? Als Kind sucht man z.B. den Versteckort für die Geschenke, die es zu Weihnachten gibt und versucht schon vorher herauszufinden, was es zur Bescherung gibt und falls das gelingt, ist die Freude beim Auspacken nur gespielt, weil man die Schenkenden nicht enttäuschen will. Man hat sich selber die eigentliche Freude genommen – man hat sie vorverlegt – in die Vorweihnachtszeit ….
Dieses Buch, das ich dieses Jahr im Advent gelesen habe, hat mich belehrt – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern sanft und mit Liebe über die Wahrheit aufgeklärt. Es heißt “Ankunft 24. Dezember“ – Weihnachten neu entdecken und ist im normalen Fachhandel erhältlich. (ISBN 978-3.650.40067-3 als ebook pdf 978-3-650-40119-9 oder eBokk epub 978-3-650-41120-5)
Bei meiner letzten Ostfrieslandreise habe ich es auf dem Weihnachtsbuchtisch bei Thalia – zwischen kitschigen Weihnachtsliebesgeschichten entdeckt – es ist weiß wie Schnee und der Titel glitzert rot – dieses schlichte Layout hat mich sofort eingefangen – und ja im Nachhinein stellt es genau den Inhalt dar – schlichte und klare Botschaft über die – Geburt des Kindes …. die wir am 24. Dezember feiern. Dieses Jahr bin ich irgendwie “seltsam“ drauf und so haben mich die ersten Worte ein wenig abgeschreckt – Hubert Wolf beschreibt dort die typischen Szenen, die wir im Advent alle kennen – die Einnahme von Glühwein, der Gedanke an Frieden inmitten von Karussells und Lebkuchenherzen, die Hektik der Weihnachtsgeschenkbesorgungen. Doch nachdem ich fast komplett eingelullt war – kam der Blitz – und ich wurde gefesselt von all den guten warmen Worten – von der Botschaft des Buches – Weihnachten ist, nach dem uns bekannten Fest, nicht vorbei!!! Sondern das Feiern beginnt erst dann – das Fest Weihnachten dauert liturgisch bis zum 02.Februar dem Fest Mariä Lichtfest ….
Freude stieg in mir hoch – da war es … die Feier nach der Geburt – das rein- und rausfeiern …. letztes Jahr war ich nach Weihnachten in Paderborn und total überrascht, da gab es immer noch Weihnachtskram zu kaufen – obwohl Weihnachten bereits passé war … mein Sohn war es, der mir das erste Mal davon erzählte, dass die Weihnachtszeit erst irgendwann im Februar endete – “irgendwas mit Lichterfest“, sagte er und nun habe ich ganz 2015 gebraucht, um diese Wahrheit zu ergründen – die Vorweihnachtszeit ist eigentlich eine Fastenzeit 4 Wochen fasten und dann feiern – das ergibt mir Sinn, denn Ostern ist es genauso – die Martinsgans ist das letzte fette das gegessen werden soll und dann bereitet man sich mit fasten auf die Ankunft vor. Will Gott uns die Freude der Weihnachtsmärkte rauben – ist jetzt alles vorbei???? Roemer 12,1 Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, welches da sei der gute, wohlgefällige und vollkommene Gotteswille.
Nein – Gott will nicht, dass wir nicht feiern – sondern er will, dass wir vollkommen feiern – wir sollen uns nicht der Freude berauben lassen – sondern die vollkommene Freude haben. Ist es nicht furchtbar – unterm Weihnachtsbaum einzuschlafen, weil die Vorweihnachtszeit uns so erschöpft hat? Wäre es nicht super, wenn wir an Weihnachten so vorbereitet sind, dass wir nach Weihnachten – alles genießen könnten???? Im Johannesevangelium finde ich im 10 Kapitel folgendes: 10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, auf dass sie Leben haben und es in Überfluss haben. 11 Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.
Würde Jesus sein Leben für uns lassen, weil er uns der Freude berauben will? Oder will er nicht die Freude im Überfluss schenken. Brauch ist es im allgemeinen noch, den Baum erst kurz vor Weihnachten zu besorgen – ihn am Heiligabend zu schmücken und nach dem Gottesdienst das erste Mal “anzumachen“ – selbst das ruinieren wir uns, weil wir denken, der Baum darf nicht nur von Weihnachten bis in die erste Woche leuchten – dieser Gedanke ist vollkommen richtig – stell Dir  vor die Müllabfuhr kommt und die Bäume liegen erst vier Wochen später auf den Straßen – stell Dir vor “Knut“ findet erst im Februar statt? Wir hätten Zeit gewonnen – wir könnten alles genießen – Karussells – Glühwein – Mandelkern und was wir wollten und würden dann zu einem Baum in unsere Wohnung einkehren – in ein warmes Licht eintauchen und die dunklen Tageszeiten – die übrigens kürzer werden – mit Freude genießen. Die Vorbereitung läge vor Weihnachten und wir hätten einen Monat lang Zeit zu feiern und müssten nicht alles in den Advent quetschen und im Januar – die afterXmas-Depression aushalten.
Nein, ich kann den Lauf der Welt nicht ändern – ich möchte nur aufmerksam machen, dass wir wirklich etwas verpassen und uns die Freude rauben – statt vor Weihnachten zu feiern – sollten wir fasten und uns vorbereiten – Zeit für den Anderen nehmen – herausfinden, was das Herz des Anderen erfreut und anstatt nach Weihnachten zu fasten, sollten wir ausgiebig miteinander feiern, einander Freude bereiten – tanzen, jubeln und essen – so hat Gott es sicher gewollt!!!!

Also fangt an zu feiern – auch wenn Ihr Euch die Freude schon genommen habt, indem ihr in der  Vorfreude schon genossen habt – Feiert jetzt die Weihnachtszeit – denn ein Retter ward uns geboren!!!!

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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