Der Mensch denkt und Gott ….

Als ich vom Tod meines Freundes erfuhr, dachte ich „das war’s mit dem Happyend!“ alle Träume bleiben unerfüllt und wir werden uns noch nicht mal in der Ewigkeit wiedersehen, denn den Glauben an Jesus Christus hat er nie für sich in Anspruch genommen – er glaubte, dass es etwas gibt – aber er war nie bereit sein Leben in Gottes Regie zu geben und so nahm er immer alles selber in die Hand – er entfluste meine Waschmaschine – kaufte mir einen Badezimmerschrank überschüttete meinen Sohn mit brauchbaren Geschenken – alles was das Leben unterstütze das war er …. Schon damals als wir uns kennenlernten, war er derjenige, der mir zeigte wie es geht nach vorne zu schauen – das Beste aus der Situation zu machen – sein Lächeln war wie wenn alle dunklen Wolken zerreißen und die Sonne durchbricht – er hatte eine ganz besondere Art das Leben wert zu schätzen – er war da für alle Menschen, die Gott in sein Leben gestellt hatte und er war sich für nichts zu schade – umgekehrt war es anders – er konnte es nicht ertragen schwach zu sein, sich fallen zu lassen – er schämte sich sogar dafür einzuschlafen, nicht wach zu bleiben und den Moment zu genießen – erst als ich ihm sagte, wie sehr es mich ehrt, dass er dieses Vertrauen hat zu entspannen erst da entspannte er wirklich und ich hörte ein Schnarchen, das ich niemals zuvor oder jemals danach gehört habe – es war furchterregend und lustig – kein Baum bleib alleine durch das Geräusch stehen – es war das schönste Geräusch, das ich jemals gehört habe. Es gibt Frauen, die wegen diesem Geräusch aus dem Schlafzimmer gezogen wären – verständlich es war auch unerträglich, aber ich konnte es genießen. Unsere gemeinsamen Bekannten – Kollegen und –innen haben nie verstanden, was uns verbunden hat – sie wussten nicht, wie nahe wir uns waren, sie reduzierten die Beziehung nur auf das “Eine“ – ja, es war nicht richtig, nicht im Sinne Gottes, aber damals wusste ich das nicht – es gab in meinem Leben ja eine Zeit ohne Jesus und die Zeit mit CJ war in den ersten Jahren – als ich Jesus kennenlernte – CJ war ein Weg auch JC kennen zu lernen, das erste Mal in meinem Leben, dass es einen Menschen gab, der entgegen aller Umstände zu mir stand – jemand der meine Geschichte kannte und zu mir hielt – wenn ich ihn brauchte war er da und es ging nicht um das Eine – er begleitete mich bei schweren Gängen – er sorgte sich um mein Kind und war immer daran interessiert dass es ihm gut ging – er verzichtete lieber darauf mich zu sehen, wenn das bedeutete dass ich mein Kind dafür im Stich lassen musste – er setzte mir die richtigen Prioritäten und so kam es dass der Weg frei war Hoffnung zu haben – positiv zu bleiben – er traf Entscheidungen, die gut für mich waren – leider “litten“ wir beide unter “Eifersucht“ die Öffentlichkeit durfte nichts von uns wissen und wenn wir öffentlich waren, waren wir gute Freunde – jeder war so natürlich wie er konnte, doch genau das irritierte uns – im Beisein des anderen mit dritten freundlich zu sein, das konnten wir gegenseitig nicht ertragen – wir wollten, dass alle wussten, wie nahe wir uns waren und wer zu wem gehört, aber wir durften es nicht und das trennte uns – er traf die Entscheidung, dass ich in meiner Gemeinde bei “meinesgleichen“ glücklich werden sollte und zog das voll durch, nach über 10 Jahren gab es noch ein paar Monate der Hoffnung, aber auch da trennten wir uns, weil mein Glauben und ein Leben mit ihm nicht überein passten – getrennt, weil es gegen Gott war. Wir trafen uns nur noch an neutralen öffentlichen Orten, damit wir nichts Falsches mehr taten, Kaffee war unser Begleiter – tiefe Blicke, lange Gespräche unbändiges Lachen und die für andere Menschen unsichtbare Nähe …. mit 70 wollten wir uns wiedersehen und dann entscheiden – jetzt wurde uns die Entscheidung genommen – ich dachte also kein Happyend, aber heute habe ich verstanden, dass dieses Ende ein Happyend war, denn wir gingen unserer Wege und hatten das Happyend vor Augen – jedoch hätte es auch passieren können, dass wir uns nicht mehr getroffen hätten, weil unser Leben sich anders entwickelt hätte und dann wären wir beide enttäuscht worden – jetzt weiß ich, dass es den einen Menschen gegeben hat.
Allerdings trauere ich um MEIN Happyend, obwohl er all dem entflohen ist wovor er Angst hatte – z.B. irgendwann irgendwelchen Pflegern ausgeliefert zu sein – ich lerne eine Lektion.
Wie viele Predigten habe ich darüber gehört, welch eine Freude im Himmel besteht, wenn sich ein Mensch dazu entscheidet sein Leben unter Gottes Regie zu stellen – aber noch nie habe ich gehört, wie man mit der Hilflosigkeit umgeht, wenn ein nahe stehender Mensch diese Entscheidung nicht getroffen hat und stirbt. Wie oft höre ich, wer weiß was in dem Leben des Menschen noch alles passiert ist – wir werden nie wissen, wer in den Himmel kommt und wer nicht – die Brutalität des Wissens bei ihm ist es anders – er war ein “rationaler“ Mensch und hat keinen Penny für meine Hirngespinste gegeben – er wusste, dass meine Entscheidung uns trennte – er lebte ein anderes Leben – ein „ich nehme alles selber in die Hand“ Leben – egal was er von mir hörte oder sah – nichts war attraktiv genug, dass er sein Leben ändern wollte. Das bedeutet, ich konnte nichts für ihn tun, die Liebe war nicht stark genug – nicht aussagekräftig genug – nicht überzeugend – nicht eindeutig – das tut weh – ein Schmerz mit dem ich leben muss und den ich nicht verändern kann – END Gültig – vorbei – alles was ich tun kann ist, die Zukunft verändern – es nicht mehr so tun, wie ich es getan habe – konkret bleiben, lieben ohne Kompromisse  – leben ohne Kompromisse. Glauben und Vertrauen, dass Gott es gut meint, dass ER bereits die Lösung bereitet hat, dass ER mein Herz kennt und weiß, was ich brauche – ohne Kompromisse leben. Klar und deutlich sein, einfach klar sein, damit sich meine Mitmenschen dafür oder dagegen entscheiden und dann zu akzeptieren, wie sie sich entscheiden – sie lieben ohne zu leiden –ohne zu drängeln, ohne den Pfahl des Glaubens in den Weg der Liebe zu schlagen. Keine Ahnung wie das gehen soll – ich lerne gerade Neues – aber ich weiß, dass Gott es gut mit mir meint, dass es einen Grund gibt für das was passiert ist – ich muss es nicht verstehen, ich muss damit leben, d.h. ich muss mich neu ausrichten und die richtigen Pläne schmieden bzw. bereit sein zu erfahren, wie die richtigen Pläne sind – das ist die Frage, die ich mir stelle, die Erfahrung aus der Vergangenheit bringt mir die Erkenntnis über mein Leben, das auf falschem Grund gebaut war – Du bist genug für mich – inbrünstig habe ich das gesungen und durch dieses Ereignis zeigt sich, wie ernst es mir ist – ist ER genug für mich oder war ER das nur mit der Hoffnung auf “70“? Wie sieht es jetzt aus? Sicher ist das nicht zu vergleichen mit dem was Hiob erlebt hat, aber ein wenig kann ich es verstehen – ein wenig nachfühlen – ein wenig eben … Also frage ich mich nun ist ER genug für mich?

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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