Ein langes Wochenende ist vorbei

Das Wochenende habe ich auf der Couch und vor dem DVD-Player verbracht und mit Meg Ryan gemeinsam in Taschentücher geschnieft – die Nase ist jetzt puterrot und blinkt – Rudy hätte heute keine Chance gegen mich – meine Nase leuchtet heller als jeder Halogenscheinwerfer 🙂

Gestern war mein „Kleiner“ da, wir haben den Schrank geleert, der all seine Papiere aus alter Zeit beinhaltete Zeugnisse, Verträge, Steuerklärungen, Kontoauszüge und Fotos sind jetzt in sein Eigentum übergegangen – der letzte Schritt ist getan.
Das Mutterherz schreit, aber es muss jetzt stille sein und neue Pläne machen so lange es noch kein Omaherz ist sollte es sich ausruhen und das Leben genießen – Italien im Frühling swingt gerade im Kopf herum.
Außerdem war es ziemlich lustig die alten Stories aufzuwärmen und seine spöttischen Bemerkungen zu der ein oder anderen Schule zu hören. Am besten gefiel mir die Bemerkung über das Gymnasium, dass in Lateinisch unterrichtet – alle anderen gaben nur Latein. Das führte dazu, dass mein Sohn in einer sehr lustigen Art und Weise mir vor Augen führte, auf was für einer Schule er da doch ein ganzes Jahr ausgehalten hat. Er nennt es das Jahr des Mobbings.
Irgendwie hatte ich zeitweise ein schlechtes Gewissen, weil das ein oder andere Zeugnis nun doch davon zeugte, dass er in der Pubertät bzw. herausgefordert (aufgrund von unserer Situation) war – Noten von einem Halbjahr zum nächsten fielen in den Keller und stiegen zurück auf die Höhen. Letztendlich hatte die Geschichte ein Happyend – Abitur als drittbester in der Stufe, aber der Weg war wohl doch steingier, als ich ihn in Erinnerung hatte. In irgendeiner Klasse habe ich mich mal zum Elternsprecher wählen lassen, das fand er besonders witzig, zumal er fast wort wörtlich zitierte, was ich nach dieser Sitzung gesagt habe – oh je was für eine Phase – irgendwie erinnere ich mich nur noch daran, dass mein Sohn mir dann ständig  sagte, ich bräuchte nicht mehr zu den Elternsprechtagen zu gehen, es sei alles gut – heute die Zeugnisse aus anderer Perspektive lesend, muss ich voll lächeln. Cleverer kleiner Junge – er hat das wirklich größtenteils alles selbst mit sich ausgemacht. Dass wir gestern so viel gelacht haben, zeugt wohl auch davon, dass er es gut verarbeitet hat, aber puh, es hätte auch ganz anders kommen können – mir ist erneut wirklich bewusst geworden, dass ich mit einem oder sogar zwei blauen Augen davon gekommen bin. Jetzt frage ich mich, ob es meine fröhlich, naive Art war, die ich immer in Krisenzeiten an den Tag lege, sei positiv, dann passiert schon nix. Natürlich war ich immer sehr dankbar, für die Bewahrung und dass alles gut gegangen ist, aber gestern ist mir das nochmal richtig bewusst geworden.
Also liebe alleinerziehenden Mütter und/oder Väter – nein ich habe kein Rezept dafür wie es gut geht – ich weiß nur eines, ich habe damals Gott sehr vertraut, jeden Morgen für mein Kind um Schutz und Bewahrung gebetet  und auch in der Zeit, wo die äußerlichen Umstände anders waren (Mobbing) da habe ich um Bewahrung der Seele meines kleinen Helden gebetet. Hat geholfen!!! Vielleicht weil ich einfach wie ein Kind geglaubt habe – es blieb mir in der Zeit garnichts anderes übrig – ich war ein Anfänger-Christ, habe vieles falsch gemacht, weil ich einiges nicht mit meinem Herzen verstanden habe und dennoch hat Gott mich gesegnet, weil ER mein hERz kannte und viel eher wusste was passiert war, was passieren würde und was heute und  in Zukunft passiert. Ich war nie eine perfekte Mutter und ich glaube, das zu wissen war  das Beste was mir und meinem Sohn je passiert ist.

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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