Es sei denn, dass ihr umkehret und werdet wie die Kinder, ….

so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen
Jesus rief ein Kind zu sich und stellte das mitten unter sie und sprach: Wahrlich ich sage euch: Es sei denn, dass ihr umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedrigt wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich
.… Matthäus 18, 2-4  eintritt
Letzten Samstag war ich im Schlosstheater Neuwied und habe mir “Tischlein deck Dich“ angesehen – offene Veranstaltung im Kinderabonnement Rheinland Pfalz. Da sitze ich nun und alles um mich herum wuselt, kichert und sitzt hibbelig auf den gemütlichen Theaterstühlen, die wie frisch aufgepolstert, den Druck auf das harte Brett verhindern, weich und gemütlich – zwar etwas eng, aber sehr gemütlich. Die Vorstellung soll um 15 Uhr beginnen und ich beobachte das bunte Treiben – Omas, die versuchen ihre Enkel in Schach zu halten, befreundete Mütter, die mit ihren Kindern einen netten Ausflug planen, Omas, die stolz ihre Enkeltochter im Glitzeroutfit an dem Geländer der  Treppe stehend fotografieren – Enkeltöchter, die die volle Aufmerksamkeit und den Stolz genießen – sie sind evtl. das einzige Enkelkind und werden von Oma so rundum verwöhnt. Andere Kinder kommen mit ihren Eltern, die Rucksäcke auf ihren Rücken tragen, es wuselt sich bunt durch den Saal – ich fühle mich ein wenig als Außenseiterin, denn ich bin die einzige, die kein Kind dabei hat und werde somit von zwei Müttern umrandet, die ihre Kinder lieber einen Stuhl weiter von mir entfernt platzieren. Die Kinder sprechen über Dinge, die in der Schule passiert sind, Mütter geben ihre weisen Kommentare dazu – allerdings finde ich die Antworten der befreundeten Kinder viel logischer und lustiger, die das Leben doch viel leichter nehmen. Rechts neben mir setzt sich eine Mutter, die 3 befreundete vorpubertierender Mädchen mitbringt – sie wirkt irgendwie gestresst, lacht jedoch, als sie ihren Mantel ausgezogen hat und das Flair des Theaters einatmet. Als alle Plätze besetzt waren, Musik ertönte und das Licht langsam verlosch wurde es mucksmäuschenstill, die berühmte Stecknadel hätte jetzt einen grandiosen Auftritt gehabt, aber statt dessen öffnete sich der samtrote Vorhang und ein lachender Geselle kam aus einen Holzhäuschen, das von grünen Bäumen umzingelt war, zu ihm gesellte sich ein zweiter auch recht zweifelhaft aussehender Mann, er erinnerte mich ein wenig an Ivan Rebroff  in grauer Ausführung. Die beiden Gestalten lachten und lachten, bis alle Kinder angesteckt waren – niemand wusste warum, aber das Lachen machte aus der bunten, schillernden Kinderansammlung eine einheitliche Gruppe, selbst ein paar der Erwachsenen lachten mit – ich selbst musste fett grinsen, da ich schnelle erahnte, dass das genau das Ziel war. die Gestalten outeten sich als Räuber und da waren die Kinder ganz still – hatten sie evtl. ein schlechtes Gewissen, weil sie mit Räubern gelacht hatten? Die Geschichte startete mit dem ältesten Sohn der ziemlich naturgetreu die Ziege nachäffte, wie sie zum einen sagte »Ich bin so satt, ich mag kein Blatt, meh, meh!« Zu Hause im Stall dagegen sagt sie zu dem Vater des Jungen, dem Schneider: »Wovon sollt ich satt sein? Ich sprang nur über Gräbelein und fand kein einzig Blättelein, meh, meh!« Wie er das darstellte war es recht witzig und der gewann sofort die Herzen der Kinder. Die saßen ganz gebannt in ihren Stühlen – ein Junge zu meiner linken 7 Jahre alt saß ganz vorne auf dem Sitz mit geöffnetem Mund und konnte nicht fassen was auf der Bühne alles passierte – selbst die vorpubertären Mädels zu meiner Rechten waren von der Vorstellung gefangen ….. Diesen Moment hätte ich gerne festgehalten und den Schauspielern geschenkt, wie gefesselt saßen die meisten Kinder auf ihren Stühlen und waren mitten in der Geschichte … nur die Erwachsenen bemerkten, dass ich mich umblickte und die Atmosphäre einsog. Spätestens in diesem Moment war ich ihnen suspekt …. J Nachdem nun der Tisch und der Esel gestohlen war, ging der Vorhang zu – es dauerte einen Moment bis die Kinder aufsprangen und durch die Gänge ins Foyer rasten, um dort Süßigkeiten und zuckerhaltige Softdrinks zu erwerben – die Eltern und Omas immer im Gepäck ….. Einige Kinder bleiben sitzen, die Rucksäcke entblößten nun Tupperschalen mit Äpfeln – die Mädels neben mir hatten eine Plastikdose voller eingewickelter Bonbons mit – die Mutter mittlerweile fast tiefenentspannt begab sich auf die Reise zum WC, die Mädels tuschelten, kicherten und ginge wie ihre Vorbilder von GNTM aufrecht durch die Reihe zum Aufgang und verschwanden im Licht. Die beiden Mütter neben mir unterhielten sich mit ihren Kindern über das Stück, die Schulsachen, die eben noch so wichtig waren warne längst vergessen – ich will Schauspieler werden sagte das Mädchen (6) “Nein, das kannst Du nicht!“ entgegnete die Mutter und schob noch das ein oder andere Argument hinterher. Jetzt wäre mein Auftritt gewesen, ich hätte mich als Mutter eines Schauspielers outen sollen und dem Kind erzählen, wenn es das wirklich will, dass es alles werden kann – auch Schauspieler mit Diplom und eines Tages auf einer Bühne steht, aber ich schwieg, denn die Körpersprache der Mutter war sehr resolut – ich musste grinsen, denn das Mädchen ließ sich von ihren Argumenten nicht überzeugen, zog sich beleidigt in sich und sagte etwas kleinlaut “doch, das kann ich!“ gerne hätte ich ihr ermutigenden Applaus gezollt, aber ich lächelte wissend hinter dem Rücken der Mutter. Der Junge(/) war genauso davon überzeugt, dass sie das kann, dann erschallte der Gong und es wuselte wieder – die Kinder kehrten gespannt auf ihre Plätze zurück …. Musik, eine Frau kam die Treppen herunter, auf denen gerade noch die Kinder zu ihren Plätzen gegangen waren – ein Hauch von Erstaunen legte sich über das Publikum, sie fasste die Geschichte noch einmal kurz zusammen, stellte sich als Frau Nachbarin vor und brachte die Kinder dazu sich einzubringen, denn als sie sich nicht an den Name des dritten Sohnes erinneerte, riefen die Kinder ihn ihr zu– jetzt wurde ziemlich lebendig und sie Dramatik nahm zu ein helles Hallo und viel Freude kam auf, als erst der jüngste Sohn zurueckund dann die anderen beiden nach Hause kehrten, selbst die Kinder freuten sich mit …..es wurde nur einmal noch still, als die Räuber überführt werden mussten und der kleine Junge neben mir saß wieder ganz vorne auf dem sitz, den Mund weit geöffnet bis zum Applaus, als das Märchen ein gutes Ende nahm, das Böse bestraft war und das Gute gewann, begeistert klatscht er in die Hände so lange, bis der Vorhang sich wieder schloss ….. .Und dann die Stimme nebenmir wow, das hätte ich nicht gedacht, ich kenne das Märchen ja und hab‘ mich echt gewundert wie das auf die Bühne kommt, das war richtig gut umgesetzt und hat sich gelohnt – auch ihre pubertierneden Mädels grinsen übers ganze Gesicht – ein Stück wohl für jung und alt ….

An alle Schauspieler da draußen: Kindertheater ist was HERRliches, direktes Feedback und Freude. Das macht richtig Spaß!!!!
An alle Eltern da draußen, schnappt Euch eure Kinder und besucht die Weihnachtsvorstellungen, die es jetzt in allen Städten gibt, schenkt ihnen Phantasie und Euch selber Freude und Entspannung genießt einfach den Moment. Doch sagt bitte niemals euren Kinder, dass sie etwas nicht können – ermutigt sie alles zu probieren auf dass die Menschen glücklich werden.

 

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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