Friedlich eingeschlafen

“sie ist gestern friedlich eingeschlafen“ lautet die Whatsapp und sofort kam ich ins Zweifeln – ein typischer Reflex, wenn jemand stirbt, von dem ich nicht weiß, ob sie das Wichtigste im Leben getan hat – nämlich das Opfer von Jesus für sich ganz persönlich akzeptiert – wenn es richtig ist, was ich glaube (und das heißt ich weiß es nicht besser), ich stelle also bewusst ein wenn davor – WENN es also richtig ist, dann muss man sich persönlich entscheiden, um nach dem Tod dort hinzukommen. von dem allgemein jeder sagt “Himmel“. Falls ich so was nicht weiß und eine Person stirbt, dann ist das für mich wie “vegetarisches Steak“ – es sieht so aus wie eins – vielleicht schmeckt es auch annährend so – ist es aber nicht.

Ein echtes Steak ist aus gutem Fleisch und nicht aus Ersatzprodukten oder Gemüse. Beim Steak ist es auch einfach das so zu behaupten.

Und jetzt? Was sage ich denn den Angehörigen?

Genau das ist meine Frage – Beerdigungen in TV Sendungen sind immer so bestimmend zuversichtlich, dass die Person, wenn sie dann eine gute Person war, in den Himmel kommt – echte Beerdigungen sagen oft “Asche zu Asche“ und “Staub zu Staub“. Oft höre ich dann ein zustimmendes Amen oder sehe ein Nicken, der ein oder andere Schluchzer ertönt. Was bedeutet dieser Satz denn? Ist es ein hilfloses Zitieren, oder eine stoische Traditions-andacht, ich frage mich, ist es die Hilflosigkeit des Pastors oder Pfarrers, der selbst nicht weiß was er sagen soll oder gar wirklich nicht weiß, wie es geht? (darf man so was behaupten? Ein Pfarrer weiß es selbst nicht?)

Oder will er den Trauernden nur nicht noch mehr Leid zufügen und wenn mein Glaube (und das heißt ich weiß es nicht besser) stimmt, ist das der richtige Weg?

Sollte man eine Trauerrede nicht dafür nutzen die noch Lebenden aufzuklären? Mir ist schon klar, dass dieser Post Unmut und Zorn hervor rufen kann, aber das ist doch der erste Schritt – die Menschen aufrütteln, sie zu schütteln und zu fragen: “Was ist so schwer daran nur mal eben das Opfer anzunehmen?“ Ist die Angst vor den Reaktionen bzw. vor dem richtigen Leben größer, als die Angst vor den Folgen des Tods? “Irgendwie geht’s schon?“ oder wie der Kölner sagt “Et hätt noch immer jot jejange“?

Ich habe keine Ahnung und schreie hinaus WAS SOLL ICH SAGEN????

Ist Schweigen hier ehrlich?
Soll ich was sagen?
Wie wird Gott verherrlicht?
Kann ich beitragen?

Ist Mut hier nun richtig?
Oder liege ich falsch?
Das ist mir so wichtig!
Es lässt mich nicht kalt!

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Über maripoet

I follow the carpenter und lächle, wenn was schief geht - schließlich ist es ja schon passiert und nicht mehr zu ändern ... Es gibt so vieles bemerkenswertes, das wirklich Wert ist bemerkt zu werden und so schreibe ich mir von der Seele was auf ihr liegt, so wird sie leichter und ihr habt was zum grinsen oder denken - an sehr guten Tagen beides :-)
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